Geschichte, Kultur, Bevölkerung

Cayo Hico – Inselkette – nannten die Lucaya Indianer einst die Caicos Inseln. Die Turks verdanken ihren Namen einem einheimischen Kaktus. Ausnahmsweise soll Kolumbus hier nicht gewesen sein, sondern erst 1515 wurden sie von Ponce de Leon kartographiert. In den Bergwerken auf Hispanola verschwanden die meisten der damals dort lebenden Bevölkerung, von den ca. 14.000 Lucayas zur Zeit der Entdeckung überlebten nur wenige die Kolonisation.

Eine kurze Phase in der Geschichte der Inseln nutzten Piraten die abgelegenen Eilande, erst Ende des 17. Jhdts wurden sie von den Bermuda Inseln aus besiedelt. Englische Siedler hatten von den natürlichen Salzvorkommen gehört. Der Abbau des weißen Goldes und der schwunghafte Handel damit dauerte bis 1964 an, damals stellte die letzte Saline auf Salt Island ihren Betrieb ein. Für den Anbau von Baumwolle und Sisal waren die kargen Böden der Caicos Inseln weniger geeignet, Pflanzer und ihre Sklaven aus dem Süden der USA versuchten es einige Jahrzehnte ohne Erfolg.
 
Bis 1848 wurden die Inseln von Nassau (Bahamas) aus regiert, dann erfolgte die Verwaltung bis 1962 von Jamaika aus. Die beiden Inselgruppen Turks und Caicos sind seit 1975 Britisches Überseegebiet mit eingeschränkter innerer Autonomie. 2009 wurde die Inselregierung abgelöst und der General-Gouverneur der britischen Königin übernahm vollständig die Regierungsgeschäfte.
 
Kanada hat seit fast 100 Jahren sporadisch Interesse an einer Angliederung der Inseln gezeigt. 1917 kam der damalige Ministerpräsident Robert Borden auf die Idee, die seitdem immer mal wieder von Parlamentariern aufgegriffen wird. Zuletzt machte 2004 ein Politiker aus Edmonton damit Schlagzeilen, offenbar wollte er seinen kältegeschädigten Wählern einen warmen sonnigen Ort zur Überwinterung bieten. Oder vielleicht spielten auch Überlegungen eine Rolle, die etwas mit den Off-Shore-Finanzdienstleistungen zu tun haben, die Turks & Caicos Islands haben sich zu einem wichtigen Finanzplatz entwickelt.
Neben dem stetig wachsenden Tourismus – insbesondere auf Providenciales – spielen Hummer- und Muschelzucht sowie Fischfang eine Rolle für die Wirtschaft auf den Inseln. Die junge Bevölkerung wächst schnell, besonders aus der Dominikanischen Republik und aus Haiti kommen viele auf der Suche nach Arbeit.