Geschichte, Kultur, Bevölkerung

Am 31. Juli 1498 entdeckte Kolumbus mit seiner Mannschaft auf seiner dritten Reise die Südostküste einer großen Insel, der er den Namen Trinidad (Dreieinigkeit) gab. Bis heute ranken sich zahlreiche Legenden um die Frage, warum der Entdecker diesen Namen wählte: Die Mehrzahl der Autoren vermutet, dass Kolumbus aus christlicher Dankbarkeit seinen Bezug zum Feiertag der Dreifaltigkeit verewigen wollte, andere meinen, dass er von seinem Schiff am Horizont zuerst die drei Erhebungen zwischen Galeota Point und Moruga (heute: The three sisters) an der südlichen Küste erblickt und deshalb den Namen Trinidad gewählt habe. Kolumbus segelte in den darauf folgenden Tagen entlang der Südküste und ging in Moruga an Land. Hier stieß er auf die nicht gerade gastfreundlichen Kariben. Wahrscheinlich entdeckte Kolumbus am 13. August 1498 auch Tobago, als er von Trinidad aus kommend in Richtung Norden segelte. Als sicher gilt aber nur, dass er sie dabei nicht betreten hat. Die  Bevölkerung der Insel, die Kariben, nannten die Insel ursprünglich „Tabaco" (Tabak), nach den langstieligen Pfeifen, in denen sie das rauchten, was wir heute Tabak nennen. Daraus leitete sich im Laufe der Jahrhunderte der heutige Name Tobago ab.

1530 gründeten die Spanier José de Oruna, das heutige St. Joseph, das als Sprungbrett für die Abenteurer diente, die in Südamerika das Goldland El Dorado suchten. Als Sir Walter Raleigh 1595 nach José de Oruna kam, brannte er die spanische Kolonie nieder und kalfaterte sein Schiff mit dem Asphalt des Pitch Lake. Die Spanier bauten den Ort zwar wieder auf, doch als eine Pockenepidemie zahlreiche Opfer unter der indianischen Bevölkerung forderte, errichteten sie an der nahegelegenen Nordwestküste Port of Spain als neue Hauptstadt. Seit Beginn des 17. Jhdt. wurden afrikanische Sklaven für die Plantagen auf die Inseln gebracht, doch erst im 18. Jhdt. erreichte der Sklavenhandel seinen Höhepunkt. Als es auch Landzuteilungen für nicht-spanische Katholiken gab, wanderten zahlreiche Franzosen sowie Holländer und Letten ein.
 
Im Verlauf ihrer gesamten frühen Geschichte waren die Inseln ein Zankapfel zwischen Spanien, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden. 1797 eroberte Sir Ralph Abercromby Trinidad für England, und Anfang des 19. Jhdt. erwarben die Briten Tobago, das sie jedoch erst 1889 mit Trinidad zu einer einzigen Kolonie zusammenschlossen. Nachdem 1834 die Sklaverei abgeschafft worden war, warb man Einwanderer aus aller Welt an, um gegen den Arbeitskräftemangel aufzukommen. Vor allem aus Indien kamen zahlreiche Kontraktarbeiter, die sich später fest auf den Inseln ansiedelten; man verzeichnete sogar eine Einwanderungswelle freier Afrikaner. Im Jahr 1962 wurde Trinidad & Tobago ein unabhängiger Staat im Commonwealth und seit 1976 bilden sie eine präsidiale Republik.
Sowohl Trinidad als auch Tobago sind reich an Bodenschätzen, insbesondere Öl und hochwertiges Erdgas. Schon heute sind die Inseln der weltgrößte Exporteur von Ammoniak und Methanol. Durch die Inbetriebnahme von vier großen Flüssiggasproduktionsanlagen Ende 2004 ist Trinidad & Tobago mit einer Produktionskapazität von 9 Mio. Tonnen pro Jahr zum fünftgrößten Flüssiggasproduzenten der Welt aufgestiegen.
Darüber hinaus hat die Natur Trinidad mit einer fast nie enden wollenden Asphalt-Quelle versehen. Der pechschwarze, zähe Brei sprudelt ununterbrochen aus dem Pitch Lake in der Nähe der Ortschaft La Brea hervor.
 

Bevölkerung

Auf Trinidad & Tobago leben knapp 1,05 Millionen Menschen. Mit rund 250 Einwohnern/km² ist die Bevölkerungsdichte etwas höher als in Deutschland (228 Ew/km²). Je 40 Prozent der Bevölkerung sind afrikanischer beziehungsweise indischer Abstammung, rund 18,5 Prozent sind Mischlinge und nur 0,6 Prozent Weiße. Die kulturellen Einflüsse aller ehemaligen Kolonialmächte machen sich noch heute unter anderem in Musik, Tanz, Sprache, Essen und Ortsnamen bemerkbar. Der Karneval ist französisch- afrikanisch, die Weihnachtsmusik (Parang) spanisch, Rotis kommen aus Indien, Namen wie Kanu oder Hammok (Hängematte) sind von den Indianern übernommen. Ortsnamen sind englisch, wie z.B. Scarborough oder Plymouth, französisch, wie z.B. Charlotteville, Les Couteaux, Castara oder Parlatuvier und auch spanisch, wie z.B. San Fernando, Chaguanas oder Huevos. 
Auf Trinidad & Tobago lebt man oft in Großfamilien zusammen, es überwiegt im Allgemeinen die Anzahl der Frauen, und diese spielen dabei meistens die dominante Rolle. Die Ursachen für diese Familienstruktur stammen noch aus der Sklavenzeit. Die Plantagenbesitzer sahen es zwar gern, wenn sich ihre "Arbeitskräfte" vermehrten, aber Familienbildung war nicht erlaubt. Der Mann durfte keinerlei Beziehung zu Frau und Kindern aufbauen. So kam es, dass die Kinder bis zum 6. Lebensjahr bei der Mutter aufwuchsen und dann mitarbeiten mussten. Dadurch gab es eine enge Bindung zur Mutter, während der Vater eher eine Randfigur darstellte. So ähnlich ist es bis heute geblieben.