Geschichte, Kultur, Bevölkerung

Auch St Vincent wurde von Christoph Kolumbus „entdeckt" (erst 1498), aber abgesehen von der Namensgebung blieb die Bevölkerung der dort lebenden Kariben zunächst von europäischen Kolonisten verschont. Erste Versuche der Besiedlung seitens der Briten scheiterten am Widerstand der Ureinwohner, die sich erfolgreich zur Wehr setzten. Ende des 17. Jhdts. strandete ein Sklavenschiff vor Bequia, einige Überlebende gelangten nach St Vincent und wurden in die karibische Kultur integriert. Nachkommen dieser „Black Caribs" (auch Garifuna People genannt) leben noch heute auf St Vincent und anderen karibischen Inseln.

Erst die militärische Überlegenheit im 18. Jhdt. ermöglichte eine britische Besiedlung, die wiederum die Franzosen streitig zu machen versuchten. Aber mit dem Vertrag von Versailles 1783 änderte sich die Geschichte und St Vincent wurde britische Kronkolonie. Damals lebte noch eine größere Zahl von Kariben auf der Insel, die sich mit Hilfe französischer Militärs gegen die Kolonialherren zur Wehr setzten. Ihr Aufstand wurde blutig niedergeschlagen und die Überlebenden auf die heute zu Honduras gehörende Insel Roatán deportiert.
 
Wie auf den meisten Inseln wurde auch auf St Vincent Zuckerrohr angebaut, auch hier waren die Arbeitskräfte auf den Plantagen westafrikanische Sklaven. 1838 wurde der Menschenhandel verboten und die Großgrundbesitzer holten indische Vertragsarbeiter auf die Insel. Ca. 2.000 Bewohner kamen bei einem schweren Ausbruch des Vulkans Soufrière 1902 ums Leben, vor der erneuten Eruption 1979 brachte sich die Bevölkerung aus den umliegenden Dörfern rechtzeitig in Sicherheit.
 
Der Zuckerrohranbau ist seit den 1960er Jahren weitgehend zum Erliegen gekommen. Für den Export relevant sind inzwischen die Bananenproduktion und die von Pfeilwurz. Gerade hier macht sich allerdings immer wieder die Verletzlichkeit des Landes gegenüber Naturkatastrophen bemerkbar, so vernichteten tropische Wirbelstürme 1994, 1995 und 2002 große Teile der Ernte. Große Hoffnungen setzt man deshalb auf den Tourismussektor, insbesondere den Kreuzfahrt- und Jachttourismus. Der Bau eines internationalen Flughafens auf St Vincent soll die Anreise erleichtern und deutlich mehr Gäste auf den Archipel bringen. Die Fertigstellung ist für Ende 2013, Anfang 2014 geplant.
St Vincent & Grenadines ist seit 1979 ein unabhängiger Staat im Britischen Commonwealth.