Geschichte, Kultur, Bevölkerung

Die Insel war ursprünglich von Kariben besiedelt, die ihr den Namen Ouanalao gaben. 1493 wurde sie von Christoph Kolumbus auf dessen zweiter Reise entdeckt und nach seinem Bruder Bartolomeo benannt. Die Spanier besiedelten die Insel in Folge jedoch nicht, und so war sie nur auf dem Papier in spanischem Besitz. Über den Verbleib der Urbevölkerung ist wenig bekannt.

Erst 1648 ließen sich vor allem aus der Normandie und der Bretagne stammende französische Kolonisten unter dem Malteserritter Phillippe de Longvilliers de Poincy auf der Insel nieder. Das Klima auf Saint Barths war jedoch für den damals sehr gewinnbringenden Anbau von Zuckerrohr zu trocken und so wurde dieser Besiedelungsversuch 1659 wieder aufgegeben. Aus dem gleichen Grund wurde auch keine größere Zahl von afrikanischen Sklaven dorthin gebracht, was die Demographie bis heute von benachbarten Inseln unterscheidet. Die Lage im Norden der Kleinen Antillen war jedoch strategisch interessant, deshalb entwickelte sich Saint Barths mit seinem natürlich geschützten Hafen beim Hauptort Le Carénage zu einer Anlaufstation für Piraten. Die wenigen Bewohner lebten vom Fischfang, der Aufzucht von Nutztieren, der Gewinnung von Salz und dem Anbau von Baumwolle und Indigo.
 
1784 überließ König Ludwig XVI. die als relativ wertlos geltende Insel im Tausch gegen ein Handelsrecht in Göteborg an König Gustav III. Adolf von Schweden. Zu Ehren des schwedischen Königs nannte man die Hauptstadt  Gustavia. Durch Gewährung eines Freihandelsstatus blühte der Hafen auf, bis 1852 ein großes Feuer wichtige Teile Gustavias zerstörte. Die Mehrheit der Einwohner blieben auch unter schwedischer Herrschaft französisch-stämmige Europäer mit ihren Sklaven, wodurch weiterhin ein französisches Patois gesprochen wurde. Zur endgültigen Abschaffung der Sklaverei kam es erst 1847, die Mehrheit der ehemaligen Sklaven verließ in den folgenden Jahren die Insel, wodurch sich die Gesamtbevölkerung fast halbierte.
 
Knapp 100 Jahre später kauften die Franzosen die Insel für 80.000 Francs wieder zurück und unterstellten sie im Jahr darauf zur Verwaltung Guadeloupe.
Als der US-amerikanische Bankier David Rockefeller 1957 ein Anwesen auf der Insel baute, begann ein neues Zeitalter. Saint Barths entwickelte sich von da an zu einer Destination für Luxustourismus, in der immer wieder der europäische Jetset, Wirtschaftsmagnaten und Hollywood-Stars ihren Urlaub verbringen.
 
Zwischen 1962 und 2007 bildete Saint Barths zusammen mit dem französischen Teil von St Martin das zu Guadeloupe gehörende Arrondissement Saint-Martin-Saint-Barthélemy. 2003 kam es zu einer Volksabstimmung, bei der die Mehrheit für eine Abtrennung von Guadeloupe stimmte, und so gilt die Insel seit 22. Februar 2007 als collectivité d'outre-mer (COM), sie gehört damit nach wie vor zu Frankreich und zur Europäischen Union.