Geschichte, Kultur, Bevölkerung

Christoph Kolumbus hat das Eiland bei seiner zweiten Reise 1493 entdeckt und verzeichnet, aber mehr als hundert Jahre blieb es von europäischen Siedlern weitgehend verschont. Franzosen und englische Piraten brachten dann wechselweise die karibische Insel unter ihre Herrschaft. Erst im Jahre 1640 übernahmen dann die Holländer für gut 150 Jahre die Regentschaft über Saba. In dieser Zeit entstand die Niederlassung Bottom, heute Hauptstadt von Saba und mit knapp 600 Einwohnern die kleinste Metropole der Welt. Zwischen 1800 und 1816 wechselte Saba wiederum mehrmals die Besitzer. Engländer und Iren teilten sich die Insel, bis 1816 die Holländer dem wechselhaften Treiben ein Ende setzten und endgültig das Zepter in die Hand nahmen. Weil die Sabanesen fast alle zur See fuhren und deshalb oft monatelang fort blieben, nannte man Saba die Insel der Frauen.

Sabas großes Problem war die Unwegsamkeit der gebirgigen Insel. Der Plan, eine befestigte Straße zu bauen, wurde von den Holländern stets als unmöglich abgelehnt. Allein mit ihrer Hände Arbeit schufteten die begeisterten und ehrgeizigen Sabanesen bis 1943 fast 14 Jahre lang an ihrer Hauptstraße, die in dieser Form noch immer existiert und ohne die das heutige Leben auf diesem Eiland nicht denkbar wäre. The Road, wie die 14,5 km lange Straße genannt wird, ist auch heute noch die einzige Verbindung quer durch die Insel.  So kurz Sabas Hauptstraße auch sein mag, sie zog die Autos magisch an, 1947 wurde das erste motorbetriebene Fahrzeug importiert. Doch erst 1958 wurden die zu den Häusern führenden Querstraßen gebaut. Mittlerweile besitzt fast jeder Sabanese ein Auto und nutzt es auch, gefahren werden selbst kürzeste Strecken.
 
Seit 1963 hat Saba einen Flughafen, bzw. eine Landebahn, die mit 400 m Länge eine der kürzesten der Welt ist und eine Spezialausbildung der Piloten erfordert. Erst 1970 bekam die Insel elektrischen Strom, bis dahin behalfen sich die Insulaner mit Petroleumlichtern. Sabas Hafen wurde schließlich 1972 nach langen Diskussionen in der Fort Bay ausgebaut und nach seinem Konstrukteur Leo A. Chance Pier genannt. Nun endlich konnten auch etwas größere Schiffe und Fischtrawler anlegen, um die Insel zu versorgen.

1992 gründeten das Gouvernement der Niederländischen Antillen, Professoren und diverse Geldgeber in der Hauptstadt Bottom eine medizinische Universität. Die kleinste der Welt, aber effizient und leistungsfähig. Die Studiengebühren dieser privaten Uni sind entsprechend hoch, in der Regel studieren hier junge Leute aus den USA, Kanada und den Niederlanden.
 
Für den Tourismus hat sich die kleine Insel nur langsam erschlossen. Tauchern sind die steilen Felshänge schon länger vertraut, mit der Ausweisung des Marine National Park rund um Saba sind die Gewässer zudem vor kommerzieller Fischerei geschützt und haben sich zu Refugien zahlreicher tropischer Fische entwickelt.