Geschichte, Kultur, Bevölkerung

Die ersten Bewohner von Puerto Rico waren archaische Indianer, die wahrscheinlich schon 4500 vor Christus von Venezuela gekommen sind. Sie nannten die Insel Boriquén, ein Name, der noch heute lebendig ist. Christopher Kolumbus landete 1493 und beanspruchte das Land für Spanien, Goldnuggets aus den Flüssen weckten das Interesse der Kolonialherren. Er nannte sie nach San Juan Bautista (Heiliger Johannes der Täufer). 1508 gründete Juan Ponce de Léon die erste Siedlung, Caparra, damit einer der ältesten Siedlungen in der Karibik. Aus strategischen Gründen ließ er 1521 wenige Kilometer entfernt auf einer kleinen Insel eine neue Ansiedlung bauen und nannte sie Puerto Rico (Reicher Hafen). Die ganze Insel wurde schließlich als Puerto Rico bekannt und die Hauptstadt als San Juan.

Puerto Rico war von 1493 bis 1898 eine spanische Kolonie, dann wurde es als Ergebnis des Pariser Friedensvertrags Teil der Vereinigten Staaten von Amerika,  damit endete der Spanisch-Amerikanische Krieg.  Während dieser 405 Jahre wurde die Grundlage der puertoricanischen Kultur gelegt: die spanische Sprache, die römisch-katholische Religion, Architektur und Kunst.
 
Die ursprüngliche indianische Bevölkerung fiel Krankheiten, der Ausbeutung auf den Zuckerrohr-Plantagen und Verfolgungen zum Opfer. Um die indianischen Arbeitskräfte zu ersetzen, wurden  Sklaven aus Westafrika in die Kolonie gebracht. Der Menschenhandel war offiziell 1873 beendet, viele ehemalige Sklaven blieben aber auf der Insel und haben mit ihrer Kultur das spanische Erbe bereichert. Im 19. Jhdt. verzeichnete Puerto Rico eine große Einwanderungswelle aus Europa, Südamerika und anderen karibischen Inseln.
 
Den Bewohnern des amerikanischen Protektorats gewährte man 1917 die Staatsbürgerschaft und seit 1952 ist die Insel ein selbstverwaltetes Mitglied im US Commonwealth. 1967 und 1993 fanden Volkabstimmungen statt, bei der die Bevölkerung entscheiden konnte, ob sie die politische Unabhängigkeit, ein Bundesstaat werden oder als Freistaat bei den USA verbleiben wollte. Die Mehrheit entschied sich für den Status Quo. So ist Puerto Rico von 1952 bis heute assoziierter Bundesstaat der USA, was bedeutet, daß die Einwohner zwar US-amerikanische Staatsbürger sind, jedoch nur eingeschränkte Rechte und Pflichten besitzen (z.B. haben sie weder Wahlrecht noch Steuerpflicht). Dafür wählen die Puerto-Ricaner alle 5 Jahre ihren eigenen Gouverneur, und  treten mit eigener Nationalflagge auch bei sportlichen Wettkämpfen etwa im Baseball, beim Boxen oder bei der Wahl zur Miss Universe auf.
Durch besondere Steuergesetze innerhalb der Zollunion mit den USA ist Puerto Rico attraktiv für amerikanische Investoren, insbesondere Pharmaunternehmen haben in den letzten Jahren Werke errichtet. Die Landwirtschaft mit Zuckerrohr, Bananen, Kaffee, Tabak und Ananas spielt nach wie vor eine wichtige Rolle, zudem wird hier Rum destilliert und exportiert. Seit den 1950er Jahren entwickelt sich der Tourismus zur Haupteinnahmequelle der Insel, insbesondere US-Amerikaner schätzen die hoch entwickelte touristische Infrastruktur.