Geschichte, Kultur, Bevölkerung

Obwohl Christoph Kolumbus bei seiner 4. Reise in die Karibik 1502 auch Martinique betrat und ob der üppigen Vegetation in Begeisterung ausbrach, blieb die Insel mangels fehlender Bodenschätze und ihrer eher kriegerischen Bewohner von spanischen Kolonialherren verschont.

Erst 1635 wurden französische Siedler sesshaft, sie gründeten das Fort Saint-Pierre und begannen mit dem Zuckerrohranbau. Der Einsatz westafrikanischer Sklaven war seit 100 Jahren in der Karibik üblich, auch auf Martinique wurden sie zur Arbeit auf den Plantagen eingekauft. Schon 1667 wurden von der Insel alle französischen Besitzungen in der Karibik aus verwaltet, 1669 Fort-de-France gegründet.
1763 war das Geburtsjahr von Marie-Josephe Rose Tascher  de la Pagerie, sie kam auf der Zuckerrohrplantage bei Trois Ilets zur Welt. Sie wurde 1796 Ehefrau von Napoleon Bonaparte und 1804 Kaiserin Josephine von Frankreich.
 
Von 1782 bis 1814 war Martinique immer wieder in Kämpfe zwischen Briten und Franzosen verwickelt, für kurze Zeit gelang den Engländern auch die Besetzung. Aber seit 1815, mit dem Frieden von Paris, gehört Martinique wieder zu Frankreich. 1848 fand der Menschenhandel ein Ende, maßgeblich hatte Victor Schoelcher, der Abgeordnete in der Nationalversammlung für Martinique, daran gearbeitet. Dem daraus entstehenden Arbeitskräftemangel begegneten die Zuckerbarone, Tabak- und Kaffeeplantagenbesitzer mit der Anwerbung indischer und chinesischer Kontraktarbeiter.
 
Die ganze Stadt Saint-Pierre mit damals ca. 30.000 Einwohnern wurde 1902 beim Ausbruch des Mont Pelée im Nordteil von Martinique vernichtet. Obwohl der Vulkan schon einige Zeit rumorte und es Anzeichen für eine bevorstehende Eruption gab, sah die Stadtverwaltung von einer Evakuierung ab. Nur ein Sträfling in einer unterirdischen Kammer seines Gefängnisses überlebte die Katastrophe.
 
Nach dem 2. Weltkrieg bekam die Insel den Status eines französischen Übersee-Departements, gehört also zur EU. Das Departement ist in der Nationalversammlung in Paris mit drei Abgeordneten vertreten.
 
Mit ca. 436.000 Einwohnern ist Martinique relativ dicht besiedelt. Fast ein Drittel der Bevölkerung lebt im Großraum Fort-de-France, damit ist die Hauptstadt die größte Stadt der Kleinen Antillen.
Der Anbau von Zuckerrohr spielt nur noch eine untergeordnete Rolle in der landwirtschaftlichen Produktion, heute sind Bananen, Ananas, Gemüse und Blumen wichtige Erzeugnisse für den Export. Dennoch werden Nahrungsmittel von Frankreich eingeführt, die Insel kann sich nicht selbst versorgen. Inzwischen ist der Tourismus zu einem wichtigen Zweig der Ökonomie aufgestiegen, Hotels und Ferienanlagen finden sich in reicher Zahl.