Geschichte, Kultur, Bevölkerung

Als Christoph Kolumbus am 27. Oktober 1492 auf seiner ersten Reise in die „Neue Welt" in Bariay im Osten der Insel in der Provinz Holguín, landete, lebten mehr als 100.000 Indianer verschiedener Stämme auf Kuba. Erst der Eroberer Diego Velazquez gründete Anfang des 16. Jahrhunderts die ersten sieben Städte des Landes: Baracoa - die erste Stadt der Insel, Bayamo, Santiago de Cuba, Trinidad, Sancti Spiritus, Santa Maria del Puerto Principe (das heutige Camagüey) und San Cristobal de la Habana (heute: Havanna).

Im Zuge der Kolonialisierung wurde die Urbevölkerung fast vollständig ausgelöscht. Zuckerrohr war 1545 auf die Insel gebracht und erfolgreich angepflanzt worden, als Arbeitskräfte setzten die spanischen Kolonialherren dann westafrikanische Sklaven ein. Um 1817 sollen es ca. 300.000 Menschen gewesen sein; die Sklaverei wurde auf Kuba erst 1880 abgeschafft. Noch heute sind afrikanische Einflüsse in der Bevölkerung erkennbar.

Kuba war die letzte große spanische Kolonie die, nach einem 50-jährigen Kampf, ihre Unabhängigkeit gewann. Diese Auseinandersetzung begann 1850. Die Spanier rangen 1878 einen zehnjährigen Volksaufstand gegen ihre Kolonialherrschaft nieder. Kubas Nationalheld José Martí begann den letzten Aufstand um Unabhängigkeit 1895. Am 15. Februar 1898 führte die ungeklärte Explosion des nordamerikanischen Kriegsschiffes Maine vor Havanna zum amerikanisch-spanischen Krieg, der beinahe von kubanischen Revolutionären gewonnen wurde. Spanien schickte eine Million Soldaten, von denen nur 200.000 zurück kamen. Der Rest kam im Kampf um, wurde Opfer von tropischen Krankheiten oder beschloss zu bleiben, um der Armut in ihrer Heimat zu entkommen. Am 10. Dezember 1898 unterlag Spanien im Krieg gegen die USA und musste Kuba an diese abtreten. Das Land geriet unter amerikanische Militärverwaltung.
 
Am 20. Mai 1902 erlangte Kuba nach dem Abzug der US-Truppen Unabhängigkeit. Tomás Estrada Palma wurde erster Präsident der Republik. Die USA behielten sich jedoch das Interventionsrecht in die inneren Angelegenheiten Kubas durch einen Vertrag von permanenter Dauer vor.
 
Anfang 1959 stürzten die kubanischen Revolutionäre unter der Führung von Fidel Castro, Camilo Cienfuegos und dem Argentinier Ernesto Che Guevara den Präsidenten Fulgencio Batista und errichteten ab 1961 (Deklaration von Havanna) einen sozialistischen Staat. Die damit verbundenen Enteignungen von amerikanischen Firmen und Bürgern führten zu einem dauerhaften Embargo seitens der USA und weiterer westlicher Staaten gegen Kuba. Kuba suchte und fand Unterstützung bei den sozialistischen Staaten Osteuropas, insbesondere der damaligen Sowjetunion.
Aufgrund der strategischen Lage Kubas eskalierte 1962 der Konflikt zwischen den USA und der UdSSR in der sogenannten Kubakrise. Darin wurde Kuba zum Spielball zweier Atommächte, die gegensätzliche Ideologien verfolgten. Noch heute leidet Kuba unter wirtschaftlichen Sanktionen und ist als eines von wenigen Ländern nicht Mitglied in supranationalen Bündnissen. In mehreren Flüchtlingswellen verließen seitdem tausende Kubaner ihre Heimat, von denen sich ein Großteil in Florida ansiedelte.
 
Seit 1992 öffnete sich das Land für den internationalen Tourismus, in den letzten Jahren verzeichnete Kuba pro Jahr ca. 2 Mio. Gäste.