Geschichte, Kultur, Bevölkerung

Christoph Kolumbus landete 1494 auf Jamaika und bezeichnete das Land als "schönste Insel, die seine Augen jemals gesehen hatten". Kolumbus traf auf die Ureinwohner Jamaikas, die Arawak Indianer, die ihre Insel "Xaymaca", Land des Waldes und des Wassers, nannten.

Innerhalb weniger Jahrzehnte nach der Entdeckung durch Kolumbus wurden die Arawak-Indianer ausgerottet. Von der spanischen Herrschaft, die von 1509 bis 1655 dauerte, ist ebenfalls wenig übrig geblieben.
Als die Insel im 17. Jhdt.von den Briten eingenommen wurde, entwickelte sie sich schnell zu einem der wichtigsten Zuckerrohrproduzenten und somit zu einer der wertvollsten Kolonien des British Empire.
 
Bis ins Jahr 1838 hinein wurde die Insel von Kolonialherren regiert, die die Bewohner in Sklaverei hielten, Ordnung auf den Plantagen brutal durchsetzten und wenig Möglichkeiten für eine kulturelle Entwicklung ließen. Die Befreiung aus der Sklaverei im Jahr 1838 machte die Jamaikaner schließlich zu freien Bauern.
Da das Volk jedoch entwurzelt worden war, gab es nur begrenzte Möglichkeiten, sich selbst zu verwirklichen. Es herrschte ein geringes Bewusstsein über das kulturelle Potential, da man nur das europäische Modell der früheren Herrscher kannte.
Ein wachsendes Nationalgefühl in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts brachte die erste künstlerische Bewegung in Jamaica hervor. Künstler, Schriftsteller und Politiker begannen, die Werte der Gesellschaft in Frage zu stellen und erkannten ihr Land als Quelle der Inspiration. Aus dieser Erkenntnis heraus entstanden nach einer Zeit des Umbruchs in den letzten 70 Jahren künstlerische Arbeiten, die die Erfahrungen der Menschen widerspiegeln. So brachte man eine eigene jamaikanische Kultur hervor. Der wohl berühmteste Künstler war und ist der Musiker Bob Marley, der mit seiner Band "The Wailers" den Reggae weltweit populär machte. Marley schaffte es als erster Musiker eines Landes der 3. Welt, zum Superstar zu werden. Er wurde Anfang 2001, im 20. Jahr nach seinem Tod am 11. Mai 1981, mit einem "Star on the Walk of Fame" in Hollywood geehrt.
 
Die Jamaikaner afrikanischer Abstammung und die Nachfahren der Spanier, Franzosen, Schotten, Iren, Waliser, Briten, Deutschen, Juden, West Indies (Bewohner des malaiischen Archipels), Syrer und Portugiesen haben sich zu einer ethnisch schwer zu bestimmenden Gruppe vermischt. Die Jamaikaner bezeichnen sich deshalb gerne als Volk, das aus vielen Nationalitäten zu einem verschmolzen ist: "Out of many, one people".
Bis in Jamaika aber Veränderungen eintraten, war der Lebensstil der Jamaikaner nur eine Kopie des britischen Lebens. Das moderne Jamaika hat diesen Zustand korrigiert. Nach einem Jahrhundert der politischen Experimente und mehreren fehlgeschlagenen Versuchen, das Land erfolgreich zu verwalten, markierte das Jahr 1938 eine politische Zäsur in der jamaikanischen Geschichte: es war das Jahr, in dem die Trennung zwischen dem alten und dem neuen Jamaika vollzogen wurde.
Als Jamaika am 6. August 1962 seine Unabhängigkeit erklärte, wehte die schwarz-grüngoldene Flagge Jamaikas zum ersten Mal. Obwohl die Insel immer noch zum British Commonwealth gehört und die britische Königin als nominelle Repräsentantin des Landes akzeptiert wird, ist Jamaika seit 1962 eigenständig.
 
Den Hauptindustriezweig bildet der Tourismus - jährlich kommen rund drei Millionen Besucher (inklusive Kreuzfahrtpassagiere) aus aller Welt nach Jamaika - gefolgt vom Aluminiumoxyd- und Bauxit-Export und der Landwirtschaft (Zucker, Rum, Zitrusfrüchte).