Geschichte, Kultur, Bevölkerung

1498 verzeichnete Christoph Kolumbus die Insel in seinen Karten, er soll sie aber nicht betreten haben. Ihren Namen verdankt die Insel dem Perlenreichtum, denn das spanische Wort Margarita heißt übersetzt Perle. Mehr als 300 Jahre war Margarita eine spanische Kolonie, dabei wurden die Perlenvorkommen vor der kleinen Insel Cubagua vollständig ausgebeutet. Schon 1535 wurde Espirito Santo gegründet, dass später Pueblo del la Mar genannt wurde und dem heutigen Porlamar entspricht. Im Laufe des 16. Jhdt. wurde Margarita immer wieder von holländischen, französischen und englischen Piraten überfallen. Während der spanischen Kolonialzeit entstand deshalb eine Vielzahl von Festungen, um die Insel gegen Angriffe zu schützen.

Gegen Ende des 18. Jhdt. begann im Norden Südamerikas das Bestreben nach Unabhängigkeit der mittlerweile im Lande geborenen weißen Siedler. Dadurch wurden auch die aus Afrika importierten schwarzen Sklaven zum Aufstand ermutigt. Die Bewegung auf den Inseln war natürlich fest verknüpft mit dem Unabhängigkeitsprozess auf dem venezolanischen Festland. Die Unterstützung der Inselbewohner bei den Kämpfen auf dem Festland brachte Margarita, Coche und Cubagua die Bezeichnung Nueva Esparta (Neu Sparta) ein. Dieser Provinzname stand auch auf der 1811 unterzeichneten ersten Unabhängigkeitsurkunde Venezuelas. Die erste Republik hielt jedoch den immer noch zahlreichen Anhängern der spanischen Krone nicht lange stand und der Kampf ging weiter.

Juan Bautista Arismendi spielte dabei eine wichtige Rolle an der Seite von Simon Bolivar, dem berühmten Befreier Südamerikas. Arismendi stammte von Margarita und führte 1813 die Regierungsgeschäfte in Caracas. Seit 1821 ist Venezuela von Spanien unabhängig.

Margarita bildet nach wie vor mit Coche und Cubagua sowie einigen anderen kleineren Inseln die Provinz Nueva Esparta, deren Hauptstadt La Asuncion ist. Wirtschaftlich waren der Fischfang und die Perlenfischerei die Haupterwerbszweige. 1962 war mit letzterem allerdings wieder Schluss, dann waren die Bestände erneut erschöpft und Schutzgesetze führten zum endgültigen Verbot.

Mit der Einrichtung einer Freihandelszone um Porlamar wuchs die Attraktivität der Insel, zahlreiche Venezolaner bauten sich in den 1970er Jahren Feriendomizile. Seitdem sind Hotelanlagen, Einkaufsstraßen und andere touristische Einrichtungen ausgebaut worden und die Zahl der Inselbewohner steigt stetig, weil die Nachfrage nach Dienstleistungen neue Arbeitsplätze schafft.