Geschichte, Kultur, Bevölkerung

Die Geschichte der Inseln beginnt mit der Ankunft der Arawak-Indianer, die von den Küsten Venezuelas aus verschiedene Inseln der Karibik besiedelten; Felszeichnungen aus dem 3./4. Jhdt. zeugen von ihrer hoch entwickelten Kultur. Auch hier kam Christoph Kolumbus auf seiner zweiten Entdeckungsreise 1493 vorbei und verzeichnete das Archipel in den Karten. Da keine nutzbaren Bodenschätze gefunden wurden, verloren die Spanier das Interesse. So blieben die Inseln zunächst bei den inzwischen dort lebenden Kariben-Indianern.

Erst 1635 begann die französische Besiedlung, Missionare und Bauern aus der Normandie wurden in Vieux-Fort auf Basse Terre sesshaft. Zehn Jahre später begann der Zuckerrohranbau, für diese arbeitsintensive Kultur wurden westafrikanische Sklaven eingeführt. Im Namen einer Handelsgesellschaft, der Compagnie des Indes Occidentales, sind die französischen Besitzungen in der Ost-Karibik zusammengefasst worden, um für das Mutterland Zucker, Rum, Gewürze und Tabak zu produzieren.
Mehrfach versuchten die Briten, die Inseln in ihren Besitz zu bringen, von 1756 bis 1763 waren sie kurzzeitig erfolgreich. Sie gründeten den Hafen Pointe-à-Pitre und ließen 18.000 Sklaven kommen, um Grande-Terre auszubauen. Der Pariser Frieden 1763 beendete den Siebenjährigen Krieg in Europa und Guadeloupe und Martinique fielen an Frankreich zurück.
 
Die Ideen der französischen Revolution führten auch in Guadeloupe 1794 zur Abschaffung der Sklaverei, aber 1802 erlaubte Napoleon den Menschenhandel wieder. Die endgültige Beseitigung  wurde schließlich 1848 verkündet, ca. 87.000 Menschen erhielten die französische Staatsbürgerschaft. Anstelle der bisherigen kostenlosen Arbeiter kamen nun indische Arbeitskräfte auf die Inseln, ca. 40.000 wurden für die großen Plantagen ins Land geholt.
 
Der 19. März 1946 ist ein bedeutendes Datum für Guadeloupe, da die Inseln zu diesem Zeitpunkt ein französisches Departement wurden und das politische Leben seitdem der Politik in Frankreich angeglichen wird.
 
Der Anbau von Zuckerrohr ist nach wie vor ein wichtiger Zweig der Landwirtschaft, hinzugekommen sind Bananen und andere tropische Früchte. 60% der Produkte gehen nach Frankreich, von dort bezieht Guadeloupe auch Waren wie z.B. Autos und Wein. Der Tourismus entwickelt sich stetig, die meisten Urlauber kommen aus Frankreich, die Zahlen aus dem deutschsprachigen Raum sind noch gering. Viele Kreuzfahrtanbieter haben Guadeloupe im Angebot.
 
Die heutige Bevölkerung von Guadeloupe stellt eine vielgestaltige Mischung der Nachfahren der ehemaligen Sklaven, der Europäer und der indischen Immigranten dar. Daraus ist eine mehrschichtige Kultur entstanden, die die verschiedenen  Wurzeln spiegelt, aber auch ihre ganz eigenen Ausprägungen entwickelt hat. So wird beispielsweise das Fest Allerheiligen in Frankreich eher triste begangen, auf Guadeloupe ist die Stimmung sowohl andächtig als auch festlich. Es ist eines der wichtigsten Feste für die Einwohner, die bei Nachteinbruch die Gräber mit unzähligen Kerzen bedecken.