Geschichte, Kultur, Bevölkerung

Auf seiner ersten Entdeckungsreise landete Christoph Kolumbus 1492 auf der Insel und taufte sie La Espaniola / Hispanola (kleines Spanien). Die dort lebenden Tainos wurden in den Jahrzehnten nach der Kolonisierung durch ansteckende Krankheiten, Zwangsarbeit in den Minen und kriegerische Auseinandersetzungen nahezu ausgerottet, so dass schon 1509 die ersten Sklaven aus Westafrika eingeführt wurden. Santo Domingo, von Bartholomäus Kolumbus, dem Bruder von Christoph Kolumbus im Jahr 1496 an der Südküste rund um die Mündung des Rio Ozama gegründet, war die erste koloniale Stadt Amerikas.
Die Geschichte Santo Domingos hat die Entwicklung der Neuen Welt zu Beginn der Kolonialisierung maßgeblich geprägt. Im 16. Jahrhundert war sie der wichtigste Außenposten Spaniens und wurde 1504 zum Bischofssitz und 1511 zur Hauptstadt des spanischen Vizekönigreichs erklärt. Nach einer verheerenden Plünderung durch den berühmtesten Piraten der englischen Krone, Sir Francis Drake, im Jahre 1586 brauchte die Stadt zwei Jahrhunderte, um sich zu erholen.

Im 17. und 18. Jahrhundert verlagerten sich die spanischen Interessen auf das amerikanische Festland. Nachhaltige Interventionen der Franzosen an der Insel hatten zu einer politischen Teilung geführt, der westliche Teil hieß seit 1697 Saint Dominigue (später Haiti) und erlebte durch Zuckerplantagen und Sklavenhandel eine wirtschaftliche Blüte. Der spanische Ostteil wurde 1795 auch französisch, eine Herrschaft, die von Aufständen der Sklaven, Interventionen der Engländer und wechselnden Zugehörigkeiten des Westteils zu Spanien gekennzeichnet war.

1844 wurde schließlich die Dominikanische Republik gegründet, die politischen Unruhen waren damit aber nicht beendet. Bis in die 1960er Jahre wurde die Republik diktatorisch regiert. Ein Bürgerkrieg eskalierte 1965 und wurde erst durch das Eingreifen amerikanischer Truppen beendet.

Zuckerrohranbau ist seit Jahrhunderten ein wichtiger Bestandteil der landwirtschaftlichen Produktion des Staates, gefolgt von Kaffee, Bananen, Kakao, Avocados und Tabak. Seit den 1980er Jahren entwickelt sich der Tourismus stetig bergauf, der Ausbau der Infrastruktur (inzwischen 65.000 Betten) und die Anbindung durch internationale Fluggesellschaften bringen seit einigen Jahren im Durchschnitt ca. 3 Mio Gäste ins Land.
 
Fast 2/3 der ca. 9.35 Mio Dominikaner sind Mulatten, nur 11 % zählen zu den direkten Nachfahren der westafrikanischen Sklaven. Die überwiegende Mehrheit ist katholisch, Afro-Religionen spielen in diesem Land eine untergeordnete Rolle.