Geschichte, Kultur, Bevölkerung

Auch Dominica verdankt seinen Eintritt in die westliche Welt Christoph Kolumbus, der am Sonntag, den 3. November 1493 die von Kalinago oder Kariben bewohnte Insel entdeckte und ihr den Namen Dominica gab. 1627 ging die Insel als Schenkung an den englischen Earl of Carlisle. Aber die Ureinwohner wehrten sich gegen alle Kolonialisierungen, waren bis 1748 erfolgreich gegen Briten und Franzosen. In diesem Jahr einigten sich die beiden Mächte darauf, Dominica einen neutralen Status zu verleihen und sie den Kariben zu überlassen. Diese für die damalige Zeit ungewöhnliche Abmachung hielt nur wenige Jahre, dann ging der Konkurrenzkampf weiter, bis Dominica 1805 endgültig zu britischem Hoheitsgebiet und damit zu einer Kolonie wurde. Seit dem 3. November 1978 ist Dominica unabhängig, der offizielle Name ist Commonwealth of Dominica, seitdem ist der Inselstaat eine Republik innerhalb des Britischen Commonwealth.

Wirtschaftlich war Dominica eine der am wenigsten entwickelten Inseln. Hier wurden Kaffee und Limonen angebaut, inzwischen ist die Landwirtschaft auf der gebirgigen Insel von Bananen und anderen Früchten sowie Kakao und Kokosnüssen geprägt. Dominica wurde seit 1995 mehrfach von schweren Hurrikans heimgesucht, die Bananenernte war jeweils fast völlig zerstört. Die Baubranche, Seifenproduktion und der Tourismus konnten die Ausfälle nur wenig abschwächen. Die touristische Infrastruktur entwickelt sich auf der Insel nur langsam, da es nur wenige Sandstrände gibt und ein größerer Flughafen fehlt. Dafür hat sich auf der Vulkaninsel eine beeindruckende Vielfalt an Vegetation und Natur in seiner ursprünglichen Form erhalten. Die Regenwälder, die heißen und schwefelhaltigen Quellen, die zahlreichen Flüsse mit den Wasserfällen sind Bestandteile der inzwischen drei National Parks. Damit versucht Dominica sich als Öko-Destination zu vermarkten, um den Individual-Tourismus anzukurbeln.
 
Die Bevölkerung des Inselstaats besteht in der Mehrheit aus Nachfahren ehemaliger Sklaven, dazu kommt eine kleine Minderheit europäischer und vorderasiatischer Abstammung. Ungefähr 2.200 Nachfahren der Kalinago leben im Karibenreservat an der Nordküste der Insel. Ihnen wurde 1903 das Areal zugesprochen, wo sie heute überwiegend in der  Landwirtschaft und Fischfang tätig sind.  Viele stellen in Handarbeit die typischen Korbwaren und anderes Kunsthandwerk her, verkauft wird zum Teil in der Stadt sowie in einem eigenen Souveniershop im Dorf Kalinago Barana Aute