Geschichte, Kultur, Bevölkerung

Die Arawak Indianer waren die ersten Einwohner von Curacao, bevor der spanische Leutnant Alonso de Ojeda die Insel im Jahre 1499 entdeckte.

Im Jahr 1634, lange nachdem die Spanier Curacao verlassen hatten, beanspruchte die holländische „West Indische Handelsgesellschaft" die Insel für sich. Einer ihrer Direktoren war Peter Stuyvesant,  (der Gründer von New Amsterdam, das später in New York umbenannt wurde),  1642 war er Gouverneur der Insel. Bald darauf avancierte Curacao zum lebhaften Handelszentrum und entfaltete umfangreiche Aktivitäten im Sklavenhandel.
 
Während dieser Periode ist die lokale Sprache Papiamentu - eine Mischung aus portugiesischen, spanischen, holländischen und afrikanischen Dialekten der Sklaven - entstanden und wurde das wichtigste Kommunikationsmittel.
 
Kurz danach wurden jüdische Familien aus Holland, anderen Teilen Europas und Asiens auf Curacao sesshaft. Die jüdische Bevölkerung erreichte in den frühen Jahren des 17. Jahrhunderts schon eine Einwohnerzahl von über 2.000 Personen. 1732 wurde von dieser Gemeinde die Mikve Israel Emanuel Synagoge in Willemstad fertig gestellt, nach der auf Barbados die zweitälteste Synagoge in der westlichen Hemisphäre. 
 
Fast 150 Jahre lang versuchten Briten und Franzosen abwechselnd, die Insel in ihren Besitz zu bringen, erst mit den Verträgen von Paris 1815 fiel Curacao endgültig an die Niederlande. Die Landhäuser erinnern noch an die Zeit des arbeitsaufwändigen und nur mit künstlicher Bewässerung möglichen Zuckerrohranbaus, der sich jedoch infolge der Grundwasserabsenkung nicht gewinnbringend entwickelte.
 
Weltbekannt wurde Curacao durch den Anbau der Bitterpomeranzen für den Likör Blue Curacao, seit 1752 brachten die Händler die Pflanzenschalen nach Europa.  Die Ursprünge beruhen auf einem Misserfolg: Ab 1527 versuchten die Spanier, Orangen auf Curacao anzubauen, allerdings mit mäßigem Erfolg, die Früchte waren ungenießbar. Als dann die Plantagen aufgegeben wurden, verwilderten die Orangenbäume und es entstand eine eigene Bitterorangen-Unterart,  die sogenannten Curacao-Früchte. Die getrockneten Schalen dieser Früchte enthalten ätherische Öle mit einem besonders intensiven Aroma, die sich sehr gut zur Herstellung von Spirituosen mit Orangengeschmack eignen – so entstand Blue Curacao.
 
Bei der Entdeckung des Öls in der Maracaibo-See vor Venezuela entschied 1914 die Caribbean Petroleum Kompanie, auf Curacao eine Raffinerie zu bauen. Im Mai 1918 war diese betriebsbereit. Die 440 Hektar große Raffinerie in Schottegat, ab 1960 in den Händen von Shell Curacao N.V., beschäftigte zu den besten Zeiten mehr als 2.500 Menschen aus aller Herrenländer.  
 
Inzwischen ist der Tourismus zum wichtigen Standbein der Ökonomie geworden. Kreuzfahrt-Schiffe legen bei einer Tour durch die Karibik in Willemstad an, Direktflüge aus Europa, den USA und Südamerika verstärken den Zuwachs an Touristen. Seit die Altstadt von Willemstad 1997 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden ist, hat „Klein Holland" noch an Attraktivität für Reisende gewonnen.
 
Willemstad war von 1954 bis 2010 die Hauptstadt der Niederländischen Antillen, einem innenpolitisch autonomem Bundesstaat des Niederländischen Königreichs. Im Oktober 2010 wurde der Landesverband der Niederländischen Antillen aufgelöst, in einem Referendum hatte sich die Bevölkerung 2005 dafür entschieden. Damit ist Curacao ein eigenständiges Bundesland innerhalb des Königreiches der Niederlande geworden, neben den Niederlanden, Aruba und Sint Maarten.
 

Woher kommt der Name?

Es bestehen verschiedene Theorien über den Ursprung des Wortes Curacao. Die glaubhafteste Erklärung stammt von den Spaniern, die die Insel zu einem bestimmten Zeitpunkt "Corazon" (Herz) genannt haben. Die berühmten portugiesischen Kartographen aus alten Zeiten übernahmen dieses Wort in ihre eigene Sprache als "Curaçau". Die Inselbewohner selbst nennen sie oft ‚Dushi Korsou' (Süßes Curacao).