Geschichte, Kultur, Bevölkerung

Auf seinem Weg nach Venezuela entdeckte der italienische Seefahrer Amerigo Vespucci 1499 Bonaire, die zweitgrößte der später A-B-C genannten Inseln (Aruba, Bonaire, Curacao). Sie wurde für Spanien in Besitz genommen, von diesen aber für weitgehend wertlos gehalten. Die dort lebenden Arawak-Indianer mussten in den Kupferminen auf Hispanola arbeiten, nur wenige kehrten zurück, um ausgesetztes Vieh für die spanischen Seeleute zu hüten. Natürliche Salinen im Südteil der Insel dienten schon früh zur Salzgewinnung, aber erst unter holländischer Herrschaft ab 1633 begann die systematische Produktion, über Jahrhunderte eine wichtige Einnahmequelle für die Insel. Sklaven für die Arbeit wurden aus Westafrika eingeführt, Bonaire entwickelte sich zum bedeutenden Umschlagplatz für die menschliche Ware.

Während der Französischen Revolution übernahmen Engländer Bonaire, aber letztlich wurde es nach der Niederlage Napoleons im Vertrag von Paris 1816 endgültig den Niederlanden zugesprochen. Die Sklaverei wurde 1863 abgeschafft. Während des 2. Weltkriegs waren deutsche Gefangene der Holländer auf der Insel interniert.

Der Großteil der ca. 14.000 Bewohner setzt sich aus den Nachfahren der ehemaligen Sklaven, Europäern, Indianern und Südamerikanern zusammen. Daher stammt auch die Mischsprache, das Papiamentu, in der holländische, spanische, portugiesische, englische und westafrikanische Elemente verschmolzen sind.

Seit den 1960er Jahren entwickelt sich der Tourismus auf Bonaire, allerdings sehr viel individueller und langsamer als beispielsweise auf Aruba und Curacao. Ein weiterer wichtiger Arbeitgeber neben der Salzindustrie ist die Bonaire Petroleum Corporation, die die Ölbunkeranlage und den für Supertanker zugänglichen Tiefwasserhafen betreibt.