Geschichte, Kultur, Bevölkerung

Um 1500 setzten erstmals Spanier ihren Fuß auf die Insel, Curacao und Bonnaire waren schon 1499 entdeckt worden. Auf Aruba lebten Caiquetios, Indianer, die ursprünglich aus den Regenwäldern Venezuelas stammten. Von den Spaniern wurden sie zunächst in die Kupfer-Minen von Santo Domingo gebracht, da Aruba selbst keine Bodenschätze aufwies. Die Insel verwandelte sich unter der spanischen Herrschaft in eine Art Ranch: Pferde, Ziegen, Schafe, Esel und Schweine wurden hier der Häute wegen aufgezogen.

1636 übernahmen die Holländer die Insel, als Absicherung ihres Stützpunktes in Curacao. Sie führten die Viehwirtschaft weiter, nun auch zur Fleischversorgung. Als Hüter waren Indianer tätig und so siedelten nur wenige Weiße bis spät ins 18. Jhdt. auf Aruba. Als Zuflucht für Opfer der Revolutionen in Venezuela lag Aruba vor der Haustür, es bildete sich eine starke südamerikanische Gemeinschaft aus.  

1824 wurde Gold gefunden und insgesamt 92 Jahre lang gefördert, bis sich die Aufbereitung als zu teuer im Vergleich zum Ertrag herausstellte. Seit 1860 wird Aloe Vera angebaut und vertrieben, aber erst die 1929 eröffnete Erdölraffinerie bei San Nicolas im Süden brachte Geld und Arbeitsplätze auf die Insel. Inzwischen lebt Aruba weitgehend vom Tourismus, die Kreuzfahrtschiffe brachten in den 1960er Jahren die ersten Touristen.

Seit 1986 hat Aruba einen besonderen Status als Mitglied des Niederländischen Königreichs: Die Königin der Niederlande setzt alle sechs Jahre einen Gouverneur ein, aber die Insel wird von einem Premierminister und seiner Regierung verwaltet, ein Parlament aus 21 Mitgliedern kontrolliert die Regierung. Das Rechtssystem wurde nach dem holländischen Modell aufgebaut, ebenso sind das Bildungs- und Sozialsystem sowie die medizinische Versorgung stark an Holland angelehnt. Die Staatswährung ist der Aruba Florin, der Kurs ist am amerikanischen Dollar orientiert.
 
Die Bevölkerung besteht aus einer bunten Mischung vieler Nationalitäten, jeder Arubaner kann in der Regel auf einen Stammbaum verschiedenster Kulturen zurückblicken mit Caquetio-Indianern, Afrikanern, Südamerikanern und Europäern. Mindestens vier Sprachen beherrschen die meisten Insulaner: niederländisch und papiamento als Landessprachen, dazu englisch und spanisch. Arubas starke Wirtschaft, der verhältnismäßig hohe Lebensstandard und das gute Wetter ziehen Menschen aus der ganzen Welt an.