Geschichte, Kultur, Bevölkerung

Nachdem Christopher Kolumbus die Insel mit dem Namen Santa Maria de Antigua in den Seekarten der östlichen Karibik verzeichnet hatte, blieben die dort lebenden Kariben zunächst von den Europäern unbehelligt. Erst 1629 besetzten die Franzosen die Insel, und gaben sie 1667 nach einem Vertrag an die Briten ab.

Der große natürliche English Harbour wurde zum wichtigsten Flottenstützpunkt der Karibik ausgebaut, 1784 übernahm Horatio Nelson, der spätere Sieger von Trafalgar, dort das Kommando. Zuckerrohranbau war in dieser Zeit der gewinnbringendste Geschäftszweig der Karibik, so ließen die englischen Siedler auch auf Antigua weitgehend den Regenwald roden und afrikanische Sklaven bauten die Plantagen auf. Allerdings waren die Erträge hier nicht so hoch wie auf anderen Inseln, heute liegt dieser Wirtschaftszweig weitgehend brach.

Antiguas Bevölkerung stammt zum größten Teil von den ehemaligen Sklaven ab, die Mischung englischer und westafrikanischer Kultur ist überall auf der Insel spür- und erlebbar. Erst 1834 wurde die Sklaverei auf den britischen Kolonien abgeschafft, die meisten Menschen arbeiteten aber weiter auf den Plantagen. Der einsetzende Arbeitskräftemangel wurde z.T. durch „Gastarbeiter" aus Indien ausgeglichen. Nachfahren der weißen Plantagenbesitzer sind auf Antigua nicht viele zu finden, die wenigen Weißen dort sind in der Verwaltung oder im Tourismus tätig.
 
Mit gut 70% ist der Tourismus die wichtigste Einnahmequelle des Landes, an der insbesondere die Kreuzfahrer einen hohen Anteil haben. Weitere Einnahmen und Arbeitsplätze sind im Finanzsektor, in den Casinos, im Fischfang und Fischzucht sowie in der Landwirtschaft zu finden. Auf Antigua befinden sich zudem zwei Militärstützpunkte der Amerikaner.